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Rinnenveränderungen im eingetieften Abflusskanal des Illgraben

Der Illgraben nahe Leuk-Susten stellt mit mehreren grösseren Ereignissen pro Jahr die aktivste Murrinne der Schweiz dar. Im Einzugsgebiet des Illgrabens lagern riesige Mengen stark verwitterten und erodierbaren Gesteins (v. a. Quarzit, Kalk, Dolomit), zudem wurden durch Massenbewegungen wiederholt grosse Kubaturen murfähiges Material in die Rinne verfrachtet. So entstand im Laufe des Holozäns nach und nach einer der grössten Murkegel Europas. Im Anschluss an erste Untersuchungen auf dem Kegel (siehe auch Ausbrüche aus der aktuellen Rinne des Illgraben) wurden im Sommer 2007 im stark eingetieften Abflusskanal des Illgraben 315 Stammscheiben, Keile und Bohrkerne von Laubbäumen (Alnus sp., Betula sp., Populus sp., Salix sp., Sambucus nigra) entnommen und zurzeit anhand der zahlreichen Verletzungen die Muraktivität in verschiedenen Bereichen und kleineren Rinnen des Abflusskanals datiert. Während die Untersuchung der verhältnismässig jungen Laubbäume keine sehr langen Ereignisserien liefern dürften, so werden sehr detaillierte Erkenntnisse zur jüngeren Vergangenheit und wichtige Grundlagen zur Wundheilung und Holzanatomie von Verletzungen in Laubbäumen erwartet. Erste Resultate dürften ab Mitte 2008 verfügbar sein.

 
     
 

Geldgeber: Bundesamt für Umwelt (BAFU), Departement für Verkehr, Bau und Umwelt des Kantons Wallis (Dienststelle für Wald und Landschaft, Dienststelle für Strassen- und Flussbau)

Projektdauer: August 2007 – September 2008

Kontakt : Estelle Arbellay

Publikationen:

Arbellay, E., Stoffel, M., Bollschweiler, M. (2010): Wood anatomical analysis of Alnus incana and Betula pendula injured by a debris-flow event. Tree Physiology 30: 1290–1298. [PDF]

Arbellay, E., Stoffel, M., Bollschweiler, M. (2010): Dendrogeomorphic reconstruction of past debris-flow activity using injured broad-leaved trees. Earth Surface Processes and Landforms 35: 399–406. [PDF]

 


 
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